Sonntag, 31. Dezember 2017

Hoffnungsvollfroh


„Hoffnungsvollfroh“ - so lautete meine Antwort auf Julia Karnicks* 
Facebook-Frage nach der Beschreibung meines Jahres 2017. 
Mit einem Wort ein ganzes Jahr beschreiben? Ja... geht schon. 

Julia hat aus vielen, vielen Antworten zehn ausgesucht und bei deren EinWortErzählerInnen nachgefragt: Was meinst Du damit? 

Hier ist meine Antwort (die sie für ihren Blog ein wenig geändert hat):

… nachdem 2016 und auch das erste Halbjahr 2017 von Gift in jeder möglichen Form, furchtbaren Schmerzen, Untersuchungen, zahllosen Bluttransfusionen, Ängsten, Überlebenskampf, lebensbedrohlichen Situationen, Schwäche, Kotzerei und ständigen Rückschlägen gekennzeichnet waren, hat sich in den letzten Monaten so etwas wie Frieden eingestellt. Frieden mit der Situation, Frieden damit, dass ich es sowieso nicht ändern kann, sondern die Entwicklung nehmen muss, wie sie kommt… oder wie sie ausbleibt. 
Frieden damit, dass ich nie mehr sein werde wie früher, mein Leben nie mehr so sein wird. Und dann: ich HABE ein Leben! Lange Zeit fast unvorstellbar, dass ich es behalten würde. Froh! 

Hoffnungsvollfroh, weil es winzig kleine Schritte in die richtige Richtung gibt und nicht gleich darauf die nächste Ohrfeige folgt. 
Hoffnungsvollfroh, weil ich tatsächlich schon wieder ein bißchen arbeiten kann. Nur ein paar Stunden am Tag - aber doch so viel mehr, als ich vor einiger Zeit glaubte. Hoffnungsvollfroh, weil meine grossartige (Stammzell-) Spenderin mir immer wieder schreibt, mir Mut macht, so wie meine Familie und meine Freunde das noch immer machen, wenn die Untersuchungsergebnisse nicht so gut sind wie erwartet. Diese Frau ist mir wichtig, ist schon jetzt Teil meines Lebens und ich bin dankbar, unendlich. Bald werde ich sie sehen dürfen, kennenlernen. Wir beide freuen uns sehr darauf. Hoffnungsvollfroh. 

Hoffnungsvollfroh, weil die Aussage "meines" Professors sich bewahrheitet hat: Am Ende des Jahres geht es Ihnen besser! Und also wird es weiter besser werden, stabiler. 
Ich bin glücklich, obwohl ich gerade wieder eine Ohrfeige bekommen habe! Und hoffnungsvollfroh am Ende dieses 2017...


*Julia Karnick, Journalistin, Autorin, Bloggerin
http://julia-karnick.de/ - https://www.facebook.com/julia.karnick

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